Erfahrungen machen
Zwei ganz wichtige Erfahrungen sollte Ihr Welpe unbedingt machen:
Erstens: Die Welt ist ein toller, interessanter Ort! Und zweitens: bei meinen Menschen kann ich mich immer sicher fühlen!
Wenn
man über diese Aussage nachdenkt, kommt man zwangsläufig zu dem
Schluss: Raus in die Welt und Erfahrungen sammeln, und zwar gemeinsam.
Ebenso
wie für ein Kind, ist eine langweilige, reizarme Umgebung ohne
Abwechslung für einen Welpen eine schreckliche Sache. Sein ganzes Wesen
ist darauf angelegt, Erfahrungen zu machen und zu lernen, um später
überleben zu können. Wenn junge Hunde – ebenso wie Menschenkinder und
alle jungen Säugetiere – keine Erfahrungen machen dürfen, reagieren sie
mit Langeweile. So wie Hunger das dringende Bedürfnis nach Nahrung ist,
ist Langeweile das dringende Bedürfnis nach Erfahrungen. Aus Langeweile
können sich Unruhe, Aggression, Unsicherheit und Angst entwickeln. Aus
einem Junghund, der keine Erfahrungen machen darf, wird ein
unerfahrener, unsicherer und unflexibler erwachsener Hund. Genau die
Sorte, die dann bei mir als „Problemhund“ landet.
Zeigen
Sie also schon dem Welpen die Welt, in der er sich als erwachsener Hund
wohl fühlen soll. Nicht nur die drei Ecken ums Feld. Sondern auch den
Zug oder Bus, die Innenstadt, das Eiscafé. Andere Menschen, andere
Hunde, Motorräder, Pferde, Kühe – was auch immer.
Und
nein, das ist nicht alles „zuviel“ für den Welpen. Für ihn ist das eben
seine Umwelt, es gibt eine Menge zu sehen und zu lernen, und Sie sind
ja bei ihm. Sie geben ihm Schutz, wenn er sich unsicher fühlt, Sie
tragen ihn, wenn er müde wird, und Sie zeigen ihm den Weg.
Eben: Die Welt ist ein toller Ort, und bei meinem Menschen kann ich mich sicher fühlen!
Ein
Hund, der das gelernt hat, wird in ungewohnten, neuen Situationen stets
auf seinen Menschen blicken und sich auf ihn verlassen. Also: Raus in
die Welt!

- Tierblogs