Auf sie mit Gebrüll!
Jeder Welpe muss unbedingt in die Welpenspielstunde. Oder?
Schauen
Sie sich die Welpenstunde am besten vorher mal genau an und überlegen
Sie sich, was Ihr Hund dort lernt. Leider läuft es oft so ab: die Hunde
werden aufeinander los gelassen, während die Menschen drum herumsitzen
und sich daran freuen, wie nett die Hunde doch miteinander spielen.
Natürlich
gehört das freie Spielen dazu. Aber es ist nicht der eigentliche Zweck
des Ganzen. Was lernen die Hunde dabei, wenn sie nur unkontrolliert
herumtoben?
Sie
lernen, Konflikte unter sich auszumachen. Sie lernen, dass sie mit
ihren Problemen alleine da stehen. Und sie lernen, dass es ganz normal
ist, auf jeden Artgenossen zuzustürmen.
Wird
der Hund erwachsen, haben Sie dann unter Umständen einen Hund, der auch
weiterhin bei Begegnungen mit Artgenossen selbst entscheidet. Der sie
zu jedem Hund hinzerrt und mit seinem überschwänglichen Spieleifer
belästigt. Der einfach nicht weiß, wann Schluss ist, und es sich von
Ihnen auch nicht sagen lässt. Aber vor allem hat ihr Hund nicht gelernt,
dass er bei Ihnen Sicherheit und Schutz findet, wenn es ihm zuviel
wird.
In
der Welpenstunde sollten Sie z.B. üben, Ihren Hund aus der Ablenkung
und dem Spiel mit den anderen Hunden zurückzurufen. Sie
entscheiden, wann er zu den anderen darf. Sie brechen ab, wenn es Ihrem
Hund zuviel wird, aber auch, wenn Ihr Hund zu weit geht und die Gruppe
aufmischt.
Eine
sehr wichtige und gute Übung ist zum Beispiel diese: Alle Welpen sind
angeleint, die Besitzer sitzen auf dem Boden. Jetzt darf einer frei
laufen. Wenn er zu den anderen, angeleinten Welpen geht, wird er von
deren Besitzern beiseite geschoben. So machen die Kleinen die Erfahrung,
dass sie an der Leine sicher sind: Weil Ihr Mensch es nicht zulässt,
dass sie belästigt werden.
Hier macht das Saskia mit ihrem Dackel Leo. Mops Balou gibt den "Angreifer". Natürlich ist Balou harmlos und niedlich. Trotzdem ist es für Leo unangenehm, wenn der andere ihn bedrängt, während er an der Leine ist. Saskia zeigt ihm: ich beschütze dich! Es ist nicht der Mops, der hier erzogen wird, es geht um Saskia und Dackel Leo!
Eine gute Welpenstunde ist eben nicht nur Spielstunde, sondern auch eine Übungsstunde. Es sollte in erster Linie um die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Welpen gehen. Das ist keine Kinderarbeit – das ist die Grundlage der weiteren Erziehung.

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